Innen High-Tech, außen High-Tech
Starkes Flachdach schützt Forschungszentrum
Knapp elf Millionen Euro investierte die PRE GmbH in das Forschungszentrum, das von Deutschlands größtem Landtechnikhersteller angemietet wurde. Der durch die Fachabteilung Facility Engineering/Deere & Company entwickelte maßgeschneiderte, dreigeschossige Neubau wurde in U-Form vom Generalunternehmer GOLDBECK Süd GmbH errichtet und beherbergt sowohl Verwaltungs- und Büroflächen als auch eine Werkstatt. Unter der Leitung von Architekt Andreas Kirmße-Wilhelm entstand ein echtes High-Tech-Gebäude, dessen Fassade zum Beispiel eine integrierte Sonnenschutzanlage enthält.
Technik von morgen stellt Anforderungen an den Bau von heute
Entwickelt werden im ETIC unter anderem satellitengestützte Lenksysteme für landwirtschaftliche Fahrzeuge, Telemetrielösungen und Dokumentations-systeme für die Erfassung von Erträgen, Feuchtegehalten und Inhaltsstoffen durch Erntemaschinen. Als verantwortlicher Projektleiter der Bauabdichtung Rhein-Neckar GmbH betreute Frank Eckhardt mit rund drei bis fünf Mitarbeitern die Arbeiten auf dem gut 1.800 Quadratmeter großen Flachdach des ETIC: „Während der Bauzeit konnte man vom Boden aus meinen, dass hier ein ganz normales Flachdach entsteht, das von uns mit einem ebenfalls ganz normalen Gefälle ausgestattet wird. Ganz so einfach liegt der Fall hier jedoch nicht.“
Das Flachdach des ETIC soll nicht nur zuverlässig Regenwasser ableiten, sondern zusätzlich knapp 100 Funkantennen und Satellitenschüsseln tragen, die den Wissenschaftlern Daten für ihre Arbeit liefern werden. „Die Lasten der Antennen und Satellitenschüsseln werden durch auf der Tragschale montierte Stahlkonsolen abgetragen und sind jeweils für eine maximale Vertikallast von 15 kN ausgelegt. Hinzu kommen zusätzliche Beanspruchungen des Dachaufbaus durch die ständige Begehung des Flachdaches. Entsprechend viele Gedanken haben wir uns über dessen optimale Konstruktion gemacht.“
Belastbares Gefälle
Von der ursprünglichen Überlegung, unter den Sende- und Empfangsanlagen vollflächig Betonplatten zu verlegen, kam man gemeinsam mit den Bauverantwortlichen schnell ab. Stattdessen setzte die Bauabdichtung Rhein-Neckar GmbH auf eine Kombination aus einer Gefälledachdämmung und einer besonders stark belastbaren Oberdämmung. Auf die Betondecke wurde dafür zunächst eine Dampfsperre („V60S4 + AL“) verlegt. „Darauf haben wir dann mit dem ‚Georock’ Gefälledachsystem von Rockwool ein Gefälle von zwei Prozent erstellt. Die so ermöglichte Linienentwässerung leitet das Wasser in die Kehlen und verhindert somit großflächige Wasseransammlungen. Unmittelbar auf die Gefälleplatten haben wir im Anschluss eine weitere, hoch druckbelastbare Steinwolle-Dämmplatte verlegt.“
Zum Einsatz kamen hierfür 60 Millimeter dicke „Megarock“ Platten von Rockwool. Durch den Verbund einer hoch verdichteten, druckbelastbaren Steinwolle-Schicht mit einer faserverstärkten anorganischen Beschichtung ist die Widerstandsfähigkeit dieser Dämmplatten gegenüber Punktlasten in besonderem Maße erhöht. Mit einer Druckspannung von 80 kPa und einer Punktbelastbarkeit von 1.800 N ist „Megarock“ für derart höher beanspruchte Dächer oder Dachbereiche besonders geeignet. Trotz ihrer robusten Oberfläche ging die exakte Anpassung der Platten leicht von der Hand, wie Frank Eckhardt berichtet. „Ein Fuchsschwanz oder eine Stichsäge reicht aus, um die Platten für Anschlüsse oder Durchdringungen zuzuschneiden.“
Die freie Wahl
Unter der verlegten PVC-P Abdichtungsbahn („Sika SGMA“) wurde als Trennlage ein Rohglasvlies flächendeckend auf den mineralisch beschichteten Dämmstoff verlegt. „Bei der Auflast haben wir dann eigentlich drei Bereiche zu unterscheiden: Für das gesamte Flachdach umlaufend haben wir einen circa zwei Meter breiten Kiesstreifen vorgesehen. Unter den Antennen und Satellitenschüsseln entstehen abgetrennte Kiesfelder und die Wege dorthin erstellen wir mit einer rutschhemmenden Gehweg-Sicherheitsoberlage („Sikaplan Walkway“). Aufgrund der stabilen Dämmschicht sind wir bei der Wahl der Auflast und des Materials für die Dachoberfläche vollkommen frei“, erläutert Frank Eckhardt.
Entsprechend hält der Dachprofi das ETIC und seine Dachkonstruktion in mehr als einer Hinsicht für zukunftsweisend: „Wir haben hier ein Optimum an Wärmeschutz – je nach Gefälle schützen 140 bis 200 Millimeter hochdämmender Steinwolle das Gebäudeinnere – und zugleich ein Maximum an A1-Brandschutz bei extrem hoher Belastbarkeit geschaffen. Ich denke, mit dieser Lösung haben wir einen wertvollen Beitrag zur Errichtung eines innovativen Gebäudes und seiner späteren Nutzung geleistet.“
Zertifiziert nachhaltig
Eine Einschätzung, die auch von Experten geteilt wird: Im Sommer 2010 wurde das Forschungszentrum von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB als ein besonders nachhaltig geplantes und umgesetztes Büro- und Verwaltungsgebäude ausgezeichnet. Das ETIC ist damit eines von rund 120 Gebäuden bundesweit, die nach den strengen Kriterien der DGNB ein entsprechendes Zertifikat verliehen bekommen haben.
Bautafel
Bauherr: PRE GmbH, Kaiserslautern
Nutzer: John Deere
Architekt: a+4 ingenieur gmbH, Andreas Kirmße-Wilhelm, Kaiserslautern
Generalunternehmer: GOLDBECK Süd GmbH, Hirschberg a. d. Bergstraße
Flachdach: Bauabdichtung Rhein-Neckar GmbH, Heidelberg
Technische Beratung: Deutsche Rockwool Mineralwoll GmbH & Co. OHG,
Gladbeck
Deutsche Rockwool – Dämmstofflösungen aus Steinwolle für nachhaltiges Bauen
Die Deutsche Rockwool produziert mit rund 1.100 Mitarbeitern an den Standorten Gladbeck, Flechtingen und Neuburg hochwertige Dämmsysteme aus Steinwolle. Mit umfassenden Sortimenten für den Hochbau, die Indu¬stri¬elle Weiterverarbeitung sowie die Technische Isolie¬rung und Isolierungen im Schiffbau ist Rockwool der Marktführer für Steinwolle-Dämmung. Im Zentrum des unternehmerischen Handelns der Deutschen Rockwool steht das Ziel, durch nachhaltiges Wirtschaften die Zukunft des Konzerns, seiner Mitarbeiter und Kunden ebenso wie die ökologische und ökonomische Basis nachfolgender Generationen zu sichern. Das Unternehmen modernisiert daher kontinuierlich die Produktionsprozesse in allen Werken, um deren Energiebedarf sowie ihre Emissionen zu senken. Gleichzeitig fördert die Deutsche Rockwool mit ihren Produkten bereits seit vielen Jahren nachhaltiges, energiesparendes und damit zukunftsweisendes Bauen. Als Tochter des dänischen Rockwool Konzerns kann die Deutsche Rockwool auf einen Erfahrungsschatz aus rund 75 Jahren Steinwolle-Herstellung zurückgreifen. Mit über 7.800 Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern sowie mit 21 Produktionsstätten ist der Konzern der weltweit führende Anbieter von Produkten und Systemen aus Steinwolle.
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Tags: Baustoffe, Bedachungen, beton, dämmstoffe, flachdach, rockwool, sonnenschutz
