Beton und Licht
Leipziger Studenten entwerfen Skulpturen aus Leichtbeton
„Beton und Licht“ war das Juli-Motto der Architekturstudenten im Hauptstudium an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig. In den Laborräumen der HTWK gestalteten sie Skulpturen aus Leichtbeton. Bereits seit mehreren Jahren findet das Seminar mit Unterstützung der BetonMarketing Ost an der Hochschule statt. In diesem Jahr galt es, den Beton in irgendeiner Form mit Licht zu verbinden. Ziel der Aktion war es, ein Gefühl für den Baustoff zu bekommen und ein wenig Praxis in den Studienalltag zu bringen.
Phantasie und Geschick waren von den Studenten gefordert. Wie im “richtigen Baualltag” mussten sie für ihre Skulpturen zunächst Skizzen erstellen, dann die Schalungen aus Gips, Holz oder Styropor bauen, den Beton selbst anmischen und die Formen ausgießen. Als echte Herausforderung gestaltete sich jedoch die Aufgabe, die Skulptur direkt oder indirekt mit Licht zu verbinden.
Irgendwie muss doch das Licht in den Beton zu bringen sein. Das dachte sich wohl auch Dipl.-Ing. (FH) Martin Grünert, Leiter des Wahlpflicht-Kurses „Modellbau“, als er seine Studenten mit dieser Aufgabe betraute. Ein Ansporn für die Studenten war dabei die Aussicht, dass sie über den Verbleib Ihrer Skulpturen selbst bestimmen durften. Denn ein Teil der Aufgabe war es, bereits im Vorfeld festzulegen, wo die Figur später ihren festen Platz bekommt. Zwei Studenten entschieden sich z.B. für eine Skulptur mit Lichtelementen zur Terassenbeleuchtung, zwei andere experimentierten mit lichtdurchlässigem Beton und eine weitere Studentin entwarf eine Skulptur für ihre Wohnung, die ein Aquarium beherbergen sollte und gleichzeitig die dazugehörige Beleuchtung integriert hatte.
Die Skulpturen selbst waren in fast jeder Form und Größe zu bestaunen, von völlig abstrakt bis hin zur Nachbildung eines Leipziger Denkmals. In jeder einzelnen steckte eine kleine Geschichte, die die Studenten beim Entwurf inspiriert hatte. Für Thomas Scheer diente beispielsweise der Leipziger Leuschnerplatz als Inspiration, ein kahler einsamer Platz inmitten der belebten Großstadt. Seiner Skulptur gab er den Namen „Urbane Einsamkeit“. Sie bildet abstrakt den Leuschnerplatz und seine Geschichte als ehemaligen Marktflecken nach, der nun einsam inmitten der Hochhäuser liegt. Die fertige Skulptur wird er später mitten auf den Platz stellen und die Leute beobachten, wie sie darauf reagieren.
Von den Ergebnissen war Kursleiter Grünert selbst positiv überrascht. Mit Begeisterung und Hingabe experimentierten die Studenten trotz vieler Fehlversuche so lange an Schalung und Material, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden waren.
Bei der Vorbereitung der Betonarbeiten wurde die Hochschule von BetonMarketing Ost unterstützt. Gearbeitet wurde mit einer Leichtbeton-Fertigmischung. Insgesamt ein Kubikmeter Leichtbeton wurde angemischt und dann zu Objekten verarbeitet.
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