Essen Limbecker Platz – Eine Fassade schwingt wie Marilyns Kleid

Noch bis zum Frühjahr 2009 werden die Spezialisten der Ebener GmbH aus Bad Marienberg damit beschäftigt sein, die rund 15.000 m2 große Aluminiumlochblechfassade in zwei Bauabschnitten am Einkaufs- und Erlebnis-Center „Limbecker Platz“ in Essen zu montieren. Gewölbte, farbig leuchtende Glasaugen werden in die von dem Münchener Stararchitekten Professor Gunter Henn entworfene „glänzende Hülle“ eingewoben und sollen das Gebäude bei Tag und Nacht zu einem Blickfang werden lassen. Über 7.000 in der Werkstatt vorgebogene Fassadenelemente werden montiert – viele von ihnen Unikate, die sich zu einer außergewöhn-lichen, schwingenden Form zusammenfügen werden, die an das berühmte, schwingende Kleid der Marilyn Monroe erinnern soll.

Bis zur Eröffnung des gesamten Gebäudekomplexes – der erste Teil wurde bereits im Frühjahr 2008 eröffnet – werden bis zu 1.000 Menschen mit der Fertigstellung des Großprojektes beschäftigt sein. Die Dimension des Projektes verdeutlichen auch diese Zahlen: Bis zur Fertigstellung werden 125.000 Kubikmeter Beton geflossen und 13.000 Tonnen Stahl verbaut worden sein.

Trendmaterial Lochblech
„Lochblechfassaden liegen im Trend“, meint Josef Spitze, Bauleiter der Ebener GmbH und u. a. für die Essener Baustelle zuständig, die für das mittelständische Unternehmen die größte des Jahres 2008 war. „Gefragt war hier vor allem unser Full-Service. Von der anspruchsvollen Planung über die Vorfertigung aller Fassadensegmente bis zur Montage konnten wir alles aus einer Hand anbieten“, berichtet Martin Bohn, Technischer Leiter bei Ebener. Nach den Plänen von Professor Henn und einer digitalen Vermessung vor Ort erstellte das Unternehmen zunächst ein 3-D-Modell, das auch die beiden spektakulären Eingangsbereiche der Mall maßstabsgerecht präsentierte. „Dieses Modell haben wir uns dann zunächst vom Bauherrn, Generalunternehmer und Fassadenberater freigeben lassen, bevor wir die Unterkonstruktionen und Bekleidungen berechnet haben“, erinnert sich Martin Bohn.

Weicher Schwung hart erarbeitet
Rund um die beiden Eingänge schwingt sich die Fassade in so genannten Reuken himmelwärts. Sie soll so an das schwingende Kleid der Marilyn Monroe in jener weltberühmten Filmszene erinnern, in der die Schauspielerin vom Luftzug eines Lüftungsschachts überrascht wird. Zusammengesetzt ist die Fassade hier auf rund 600 m2 Fläche aus durchschnittlich 2,1 m2 kleinen Lochblechen, von denen nicht eines mit einem zweiten identisch ist. „Das gleiche gilt für die Stahlunterkonstruktion“, berichtet Martin Bohn. „Kein Stahlbinder gleicht dem anderen. Unterkonstruktion und Fassade werden wie aus einem Lego-Baukasten Schritt für Schritt nach genauen Montageplänen verarbeitet. Hier durfte kein Bauelement an der falschen Stelle eingehängt und montiert werden.“ Alle Fassadenelemente wurden in der Werkstatt von Ebener in Bad Marienberg auf Maß für Radien zwischen 19 und 200 Metern vorgebogen.

UK-Profile aus eigener Konstruktion
Gerade einmal vier Konsolen auf einer Höhe von 20 Metern, jeweils montiert an einer Geschossdecke, tragen Eigengewicht und Windlasten der Fassadenkonstruktion rund um das übrige Gebäude. „Die Lochblech-elemente im Rastermaß 3.000 x 700 mm haben wir jeweils mit vier Klemmprofilen befestigt“, erklärt Josef Spitze. Die Unterkonstruktion bestehe hierbei aus einem ebenfalls von Ebener neu entwickelten und gepressten UK-Profil aus Aluminium. Um Wärmebrücken zu vermeiden, wurden die Konsolen auf Thermostopp-Platten aus Kunststoff montiert. Zwischen Dämmung und Fassade blieben rund 400 mm Platz, in denen Abluft- und Zuluftkanäle sowie andere haustechnische Anlagen untergebracht werden konnten.

Witterungsbeständige Steinwolle-Dämmung
Gedämmt wurde die gesamte Gebäudehülle nach Montage der Fassaden-konsolen mit 80 mm dicken Steinwolle-Dämmplatten „Fixrock 035 VS“ von der Deutschen Rockwool. 2.840 m2 dieser Dämmplatten gingen in den ersten, 3.000 m2 in den zweiten Bauabschnitt. „Fixrock 035 VS“ ist geeignet für die Dämmung von hinterlüfteten Fassaden mit offenen Fugen, da die schwarze Vlieskaschierung den optischen Effekt der Schattenfuge erzeugt.

Wenn durch eine offene Fassadenverkleidung, wie sie in Essen eingesetzt wird, Feuchtigkeit oder Schlagregen auf die „Fixrock“ Dämmplatten trifft,  besteht keine Gefahr, dass der Dämmstoff durchfeuchtet wird. Die spezielle Struktur der Steinwolle in Kombination mit einer durchgehenden Hydro-phobierung machen „Fixrock“ dauerhaft wasserabweisend und witterungsbeständig. Durch die Diffusionsoffenheit von Steinwolle entsteht keine Tauwasserbildung im Dämmstoffquerschnitt. Die Deutsche Rockwool garantiert, dass die „Fixrock“ Dämmplatten dauerhaft trocken bleiben – dies gilt auch für die Variante ohne Vlieskaschierung. Darüber hinaus trägt die konstante Dämmwirkung dieser Fassaden-Dämmplatten zu einer Redu-zierung des Energieverbrauchs und damit für den Gebäudeeigentümer zu einer spürbaren  Kosteneinsparung bei.

„Fixrock“ Fassaden-Dämmplatten sind nichtbrennbar (A1) nach DIN EN 13501-1 und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum vorbeugenden Brandschutz. Sie sind für die Dämmung hinterlüfteter Fassaden in allen Gebäudehöhen und für alle Arten von Fassadenkonstruktionen geeignet und deshalb für Josef Spitze nicht wegzudenken: „Wir arbeiten fast ausschließlich mit „Fixrock“. Auch weil das Preis-Leistungs-Verhältnis dieses Dämmproduktes uns ebenso überzeugt wie unsere Auftraggeber.“

Keine Kompromisse bei der Dämmung
Durch ein aufkaschiertes schwarzes Vlies bleibt die Dämmung hinter Lochblechfassaden vollkommen unsichtbar (Schattenfugeneffekt). Befestigt wurden die Platten am Limbecker Platz auf Wunsch des Bauherrn mit fünf Dübeln pro Platte, kleine Zuschnitte wurden verklebt und offene Schnitt-kanten mit dem schwarzen Vlies von der Rolle nachkaschiert. „Wir liefern grundsätzlich eine Fassade und eine Fassadendämmung, die den Wünschen des Bauherrn und den Anforderungen des Generalunter-nehmers, in diesem Falle der Bilfinger + Berger AG, genau entspricht“, erläutert dazu Projektleiter Josef Spitze von der Ebener GmbH. „Dazu gehört es auch, dass wir auf Wunsch eine kaschierte Dämmung einbauen und eventuelle Transportbeschädigungen des Vlieses sofort bei der Montage reparieren. Auch wenn die Kaschierung nur der Optik dient ­– wir nehmen auch die ernst.“

Um bis zu zehn dB kann sich die Schalldämmung einer Außenwand durch eine Dämmung mit Steinwolle in Kombination mit einer vorgehängten Fassade erhöhen. Angesichts des achtspurig am Gebäude vorbeirauschenden Verkehrs in der Essener Innenstadt bringt damit die Dämmung einen zusätzlichen Nutzen, den vor allem die rund 2.000 Angestellten der Mieter in der neuen Mall zu schätzen wissen werden.

Robust durch Einbrennlackierung
Für die Fassade verarbeitet die Ebener GmbH ausschließlich Lochbleche und Unterkonstruktionen mit einer Pulverbeschichtung nach GSB AL 631. Diese extrem robuste Einbrennlackierung macht die Konstruktion widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und andere atmosphärische Einflüsse. Sie sorgt insgesamt für sehr gute Bewitterungseigenschaften – ein wichtiger Faktor angesichts von 35.000 m2 Fassadenfläche, die es zu pflegen und zu erhalten gilt.

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Architektonisches Konzept
Der Baukörper des neuen Einkaufs- und Erlebniszentrums  am Limbecker Platz in Essen reagiert mit seiner geschlossenen, weichen Form auf den ihn umfließenden Verkehr. Zur Gestaltung der Fassade wurde Anfang 2005 ein Fassadenwettbewerb ausgelobt, den das Architekturbüro Henn aus München gewann. Als Leitideen seines Entwurfes standen die Begriffe „Verhüllen“, „Anheben“ und  „Schmücken“ Pate. „An den Haupteingängen zum Limbecker und Berliner Platz verlässt die Aluminiumfassade ihre horizontale Spur. Die Taille bleibt, der Saum stellt sich auf. Der untere Fassadenabschluss wird durch eine sanfte Schwingbewegung gebildet, die sich wie ein Kleid dort hebt, wo funktional wesentliche Akzente zu setzen sind“, so Prof. Gunter Henn. Die umhüllende, geschlossene Metall-Paneelfassade wird an den Eingängen angehoben – die transparente Glasfassade mit den Schaufenstern darunter sichtbar. Dieses Bild erinnert an die weltberühmte Filmszene in „Das verflixte 7. Jahr“ mit Marilyn Monroe und ihrem auffliegenden Kleid.  Das „Kleid“ der Mall am Limbecker Platz ist mit Pailletten geschmückt, die nachts farbig beleuchtet werden.

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Einkaufs- und Erlebniszentrum an traditionsreicher Stelle
Vor über hundert Jahren gründete Theodor Althoff am Limbecker Platz ein Warenhaus, das rasch zum größten „Provinzial-Warenhaus“ im Westen Deutschlands werden sollte. Die Umfirmierung 1963 machte das imposante Gebäude zum Stammhaus der Karstadt AG. Durch den Neubau werden die lang gehegten Pläne, das gesamte Areal mit dem Karstadt-Stammhaus, Sinn-Leffers und Karstadt-Sport zu einem großen Einkaufszentrum auszubauen, verwirklicht. Das Einkaufscenter Limbecker Platz wird ein Center der Superlative und soll dem Ruhrgebiet Weltstadtflair verleihen. Mit einer Nutzfläche von rund 70.000 Quadratmetern und ca. 200 Fachge-schäften wird es eines der größten innerstädtischen Einkaufscenter Deutschlands.

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Bauherren und Betreiber
Der Immobilienentwickler ECE und der Arcandor-Konzern realisieren den Limbecker Platz gemeinsam mit der Union Investment Real Estate AG (ehemals DIFA). Während der Arcandor-Konzern die wichtigsten Grund-stücke für den Bau des Großprojektes eingebracht und einen langfristigen Mietvertrag für wesentliche Teilflächen im geplanten Einkaufszentrum abgeschlossen hat, übernahm die ECE die Projektsteuerung, Vermietung und das Center-Management. Die Union Investment Real Estate AG ist mit 60 Prozent an der Projektgesellschaft, die das Projekt realisiert, beteiligt.

Die ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG,? Hamburg, entwickelt, plant, realisiert, vermietet und managt seit 1965 Einkaufsgalerien und ist auf diesem Gebiet europäischer Marktführer. In den 94 von der ECE betriebenen Centern erwirtschaften 10.000 Geschäfte auf einer Verkaufsfläche von 2,9 Millionen Quadratmetern einen Jahresumsatz von 12 Milliarden Euro. Zu den ECE-Centern zählen u. a. die Schloss-Arkaden in Braunschweig, die Potsdamer Platz Arkaden in Berlin, die Promenaden im Hauptbahnhof Leipzig und die Altmarkt-Galerie in Dresden. Jedes Center ist ein hochkomplexes Unikat mit einer individuellen Architektur von historisierend bis futuristisch, entwickelt von den über 300 erfahrenen ECE-Architekten und Bauingenieuren, sowie in Kooperation mit Stararchitekten wie Professor Dr. Gunter Henn oder Renzo Piano. Als eines der größten Planungsbüros Deutschlands entwickelt die ECE ganze Stadtquartiere – alleine oder in Kooperation mit namhaften Büros.

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Bauausführende
Die Ebener GmbH aus Bad Marienberg ist eines der in der Fassaden-Profiltechnik marktführenden Unternehmen in Deutschland. Mit über 120 qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einer Produktionsfläche von mehr als 4.000 m2 hat das 1989 gegründete Unternehmen ein Umfeld geschaffen, in dem Produkte der Spitzenklasse gefertigt werden.

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Deutsche Rockwool – Dämmstofflösungen aus Steinwolle für nachhaltiges Bauen
Die Deutsche Rockwool produziert mit rund 1.200 Mitarbeitern an den Standorten Gladbeck, Flechtingen und Neuburg hochwertige Dämmsysteme aus Steinwolle. Mit umfassenden Sortimenten für den Hochbau, die Indu­stri­elle Weiterverarbeitung sowie die Technische Isolie­rung und Isolierungen im Schiffbau ist Rockwool der Marktführer für Steinwolle-Dämmungen. Im Zentrum des unternehmerischen Handelns der Deutschen Rockwool steht  das Ziel, durch nachhaltiges Wirtschaften die Zukunft des Konzerns, seiner Mitarbeiter und Kunden ebenso wie die ökologische und ökonomische Basis nachfolgender Generationen zu sichern. Das Unternehmen modernisiert daher kontinuierlich die Produktionsprozesse in allen Werken, um deren Energiebedarf sowie ihre Emissionen zu senken. Gleichzeitig fördert die Deutsche Rockwool mit ihren Produkten bereits seit vielen Jahren nachhaltiges, energiesparendes und damit zukunftsweisendes Bauen. Als Tochter des dänischen Rockwool Konzerns kann die Deutsche Rockwool auf einen Erfahrungsschatz aus rund 75 Jahren Steinwolle-Herstellung zurückgreifen. Mit 8.500 Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern ist der Konzern der weltweit führende Anbieter von Produkten und Systemen aus Steinwolle.

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